Versicherungsbetrug : Verdächtig ist nicht automatisch Betrug
Verdachtsfälle werden zunehmend datenbasiert geprüft.
Das Wichtigste in Kürze
- Rund 10 % der untersuchten Schadenmeldungen waren auffällig.
- Die Versicherer schätzen den jährlichen Schaden durch Betrug auf mehr als 6 Milliarden Euro.
- Besonders betroffen sind unter anderem Kfz-, Hausrat- und Haftpflichtschäden.
1. Was ist passiert?
Der GDV veröffentlichte im Juni 2026 eine Sonderauswertung von mehr als 600.000 Schadenmeldungen aus drei Jahren. Rund zehn Prozent der untersuchten Fälle wiesen Merkmale auf, die statistisch als auffällig eingestuft wurden. Die Versicherer schätzen den Jährlichen Schaden durch Versicherungsbetrug in der Schaden- und Unfallversicherung auf mehr als sechs Milliarden Euro.
2. Warum ist das wichtig?
Versicherer setzen zunehmend automatisierte Prüfverfahren und Datenanalysen ein, um ungewöhnliche Schadenmeldungen frühzeitig zu erkennen. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen auffällig und tatsächlich betrügerisch. Ein statistisch ungewöhnlicher Schaden ist noch kein Beweis für einen Betrug.
3. Was bedeutet das für dich?
Einen ungewöhnliche Schadenhöhe oder ein ungewöhnlicher Schadenhergang bedeutet nicht automatisch, dass dir Betrug unterstellt werden darf. Gerade deshalb solltest du Schadenhergang, Rechnungen, Fotos und andere Nachweise möglichst vollständig dokumentieren.